Das Foto zeigt alte Gefäße und Scherben, die 1967 und 1968 an zwei verschiedenen Stellen ausgegraben wurden. Dabei kann man genau zwei Tonarten unterscheiden. Die bräunlichen (im Bild heller) haben lange nicht so die Festigkeit als die in grünlichem Farbton gehaltenen Gefäße (im Bild sichtbar dunkleren).

Döppegiesel

Geschichte des Töpferhandwerks in Giesel

1400

Die erste genaue Nachricht über das Töpferhandwerk.
Abt Johann hatte das Dorf und Schloss "Gislam " und einen Hof für
300 Gulden versetzt. Er behielt nur das Recht, Eier und Töpfer­waren nach Fulda geliefert zu erhalten

1584 Alte Rechnungen zeigen uns, dass viele Töpfe nach Schloss Bieberstein verkauft wurden.
1640

12 Uhlmeister = Üllermeister (Töpfermeister) in Giesel.

1660

Der Abt von Fulda erlässt am 28. 8.1660 für "Döpfergießel" eine Art Zunftordnung.

1832 Es gibt 29 Töpfermeister in Döpfergiesel, davon sind aber nur noch 15 Töpfer tätig.
Der Zunftmeister der Häfnerzunft von Giesel macht eine schriftliche Eingabe an das kurhessische Ministerium des Innern nach Kassel. Es wird sich über die schlechten Absatzmöglichkeiten sowie über die Konkurrenz aus Steinau und Lauterbach beschwert.
1840

Viele Menschen suchen Arbeit in der Wetterau und im westfälischen Industriegebiet.

1842 Der kurhessische Handels- und Gewerbeverein starten noch einen letzten Versuch, das Töpferhandwerk zu retten. Ein neuer Brennofen sowie neue Töpferscheiben werden besorgt und Fachunterricht gegeben. Am Himmelsberg wird eine neue Abbauanlage zur Tongewinnung errichtet.
1850

Das Töpferhandwerk in Giesel stirbt wegen schlechter Transportmöglichkeiten und der Konkurrenz industrieller Betriebe aus (die Haltbarkeit gußeisener Geschirre war irdenen Töpfen überlegen).

1860

Abriss und Verkauf des Gemeindebrennofens (am Dalles)

Heimatfreunde verweisen wir auf folgende Veröffentlichung:
A. Höck, »Hessische Blätter für Volkskunde», Band 58,1967

 E.       R. Kramm/E. Hochmuth